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Voyager 1
aus dem Astrolexikon. Kategorie: Raumfahrt-Mission.
Voyager 1 ist eine 1977 gestartete NASA-Raumsonde, die als erstes von Menschen gebautes Objekt den interstellaren Raum erreichte.
Voyager 1 ist eine Raumsonde der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, die am 5. September 1977 von Cape Canaveral aus gestartet wurde. Sie ist Teil des Voyager-Programms, das aus zwei baugleichen Sonden besteht (Voyager 1 und Voyager 2). Voyager 1 ist das am weitesten von der Erde entfernte von Menschen gebaute Objekt.
Missionsziele
Primäres Ziel der Mission war die Erkundung der äußeren Planeten Jupiter und Saturn sowie deren Monde und Ringsysteme. Die Bahn wurde so gewählt, dass eine besonders nahe Begegnung mit dem Saturnmond Titan möglich war, dessen dichte Atmosphäre wissenschaftlich von hohem Interesse war. Diese Wahl schloss spätere Vorbeiflüge an Uranus und Neptun aus, die Voyager 2 später erreichte.
Wissenschaftliche Ergebnisse
Im März 1979 passierte Voyager 1 Jupiter und lieferte detaillierte Aufnahmen der Wolkenstrukturen, des bisher unbekannten Ringsystems und mehrerer Monde. Auf Io wurde aktiver Vulkanismus entdeckt — die erste Beobachtung dieser Art außerhalb der Erde. Im November 1980 erreichte die Sonde Saturn und untersuchte Ringe, Atmosphäre und den Mond Titan. Nach diesem Vorbeiflug verließ Voyager 1 die Ekliptik in nördlicher Richtung.
Interstellarer Raum
Im August 2012 überquerte Voyager 1 nach Auswertung der Plasmadaten die Heliopause — die Grenze, an der der Sonnenwind auf das interstellare Medium trifft. Damit ist sie das erste menschengemachte Objekt, das sich nachweislich im interstellaren Raum bewegt. Die Bestätigung erfolgte 2013 anhand von Plasmaschwingungsmessungen.
Goldene Schallplatte
An Bord beider Voyager-Sonden befindet sich die sogenannte Voyager Golden Record, eine vergoldete Kupferschallplatte mit Bildern, Musikstücken und Grußbotschaften in 55 Sprachen. Sie ist als Botschaft an mögliche extraterrestrische Empfänger konzipiert.
Aktueller Status
Voyager 1 funkt weiterhin Daten zur Erde. Die Stromversorgung erfolgt über drei Radioisotopengeneratoren, deren Leistung kontinuierlich abnimmt. Die NASA schaltet schrittweise wissenschaftliche Instrumente ab, um den Betrieb zu verlängern. Eine vollständige Außerdienststellung wird in den 2030er Jahren erwartet.