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Pluto
aus dem Astrolexikon. Kategorie: Astronomisches Objekt.
Pluto ist ein Zwergplanet im Kuipergürtel. Bis 2006 wurde er als neunter Planet des Sonnensystems geführt und 2015 erstmals aus der Nähe untersucht.
Pluto ist ein Zwergplanet im äußeren Sonnensystem und der größte bekannte Körper im Kuipergürtel. Er wurde am 18. Februar 1930 von dem US-amerikanischen Astronomen Clyde Tombaugh am Lowell-Observatorium entdeckt und galt bis 2006 als neunter Planet des Sonnensystems.
Klassifikation
Im August 2006 beschloss die Internationale Astronomische Union (IAU) eine Definition des Begriffs „Planet”. Pluto erfüllte das Kriterium der gravitativen Dominanz seiner Bahnumgebung nicht und wurde in die neue Kategorie der Zwergplaneten eingeordnet. Die Entscheidung war wissenschaftlich begründet, blieb in der Öffentlichkeit jedoch umstritten. Pluto ist zugleich der namensgebende Vertreter der Klasse der Plutoide — Zwergplaneten jenseits der Neptunbahn.
Bahn und physikalische Eigenschaften
Pluto bewegt sich auf einer stark exzentrischen und gegen die Ekliptik geneigten Bahn um die Sonne. Zeitweise befindet er sich näher an der Sonne als Neptun, was zuletzt zwischen 1979 und 1999 der Fall war. Eine Kollision mit Neptun ist wegen einer 2:3-Bahnresonanz ausgeschlossen.
Die Oberfläche besteht überwiegend aus gefrorenem Stickstoff, Methan und Kohlenmonoxid. Auffällig ist die helle, herzförmige Region Tombaugh Regio, deren westlicher Teil (Sputnik Planitia) ein riesiges Stickstoff-Eisfeld bildet. Die dünne Atmosphäre besteht im Wesentlichen aus Stickstoff und variiert mit dem Abstand zur Sonne.
Monde
Pluto besitzt fünf bekannte Monde. Der größte, Charon, wurde 1978 entdeckt und hat etwa die Hälfte des Durchmessers Plutos. Pluto und Charon umkreisen einen gemeinsamen Schwerpunkt außerhalb beider Körper, weshalb das System teilweise als Doppelsystem bezeichnet wird. Die kleineren Monde Nix, Hydra, Kerberos und Styx wurden zwischen 2005 und 2012 entdeckt.
Erforschung
Pluto wurde am 14. Juli 2015 erstmals aus der Nähe untersucht, als die NASA-Sonde New Horizons das System in einem Vorbeiflug passierte. Die Mission lieferte detaillierte Aufnahmen der Oberfläche, der Atmosphäre und der Monde. Sie zeigte unter anderem Hinweise auf jüngere geologische Aktivität, etwa Bergketten aus Wassereis und ausgedehnte Eisflächen ohne erkennbare Einschlagkrater.