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Hubble-Weltraumteleskop
aus dem Astrolexikon. Kategorie: Astronomisches Instrument.
Das Hubble-Weltraumteleskop ist ein 1990 gestartetes Weltraumobservatorium von NASA und ESA, das im Erdorbit Beobachtungen im sichtbaren, ultravioletten und nahinfraroten Bereich durchführt.
Das Hubble-Weltraumteleskop (englisch Hubble Space Telescope, HST) ist ein Weltraumteleskop, das gemeinsam von der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation ESA betrieben wird. Es wurde am 24. April 1990 mit dem Space Shuttle Discovery in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht und ist nach dem Astronomen Edwin Hubble benannt.
Technischer Aufbau
Das Teleskop ist ein Ritchey-Chrétien-Reflektor mit einem Primärspiegel von 2,4 Metern Durchmesser. Es ist mit mehreren Instrumenten ausgestattet, darunter Kameras für sichtbares Licht, Spektrografen sowie Sensoren für den ultravioletten und nahinfraroten Bereich. Im Verlauf seiner Betriebszeit wurden Instrumente mehrfach ausgetauscht und modernisiert.
Optikfehler und Servicemissionen
Kurz nach dem Start zeigte sich, dass der Primärspiegel an einem Schliffmangel litt (sphärische Aberration), wodurch die Bildschärfe stark eingeschränkt war. Bei der ersten Servicemission STS-61 im Dezember 1993 wurde mit dem System COSTAR eine optische Korrektur eingebaut. Insgesamt fanden fünf Servicemissionen mit dem Space Shuttle statt (1993, 1997, 1999, 2002, 2009), bei denen Instrumente getauscht, Gyroskope ersetzt und Solarpaneele erneuert wurden.
Wissenschaftliche Bedeutung
Hubble lieferte wesentliche Beiträge zu zahlreichen Bereichen der Astronomie. Dazu zählen die präzisere Bestimmung der Hubble-Konstanten, der Nachweis der beschleunigten Expansion des Universums (in Verbindung mit Supernova-Beobachtungen), die detaillierte Vermessung von Exoplaneten-Atmosphären sowie tiefe Beobachtungen wie das Hubble Deep Field und das Hubble Ultra Deep Field, die die Verteilung früher Galaxien zeigen.
Betrieb und Zukunft
Das Teleskop befindet sich in einer niedrigen Erdumlaufbahn und ist deshalb fortwährend dem geringen Restluftwiderstand der oberen Atmosphäre ausgesetzt. Ohne Bahnanhebung wird mit einem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre in den 2030er oder frühen 2040er Jahren gerechnet. Trotz des Starts des James-Webb-Weltraumteleskops im Jahr 2021 bleibt Hubble wegen seines Wellenlängenbereichs — insbesondere des Ultravioletts — wissenschaftlich komplementär und weiterhin im Einsatz.